Madeira – Tag 13 – Tabuatal

Heute morgen gelang es mir erstmalig, dem Kaffeeautomaten durch Blending ein Getränk abzugewinnen, welches ohne wahrnehmbaren Würgereiz fast schon als deutscher Kaffee hätte durchgehen können. Oder ich habe mich einfach nur daran gewöhnt. Wobei der Kaffee außerhalb der Hotels, besonders an den Straßenbars großartig ist. Und die 0,8 bis 1,2 Euronen sind sie allemal wert.

Nach dieser kompositorischen Meisterleistung brachen wir zum Wandern in den Süden in das wilde Tabuatal auf. Die Wanderung war beschrieben ab der Küste für eine Stunde treppauf die Klippen hoch auf 400 Hm, um dann an der Levada Nova in das Tabuatal hinein, und am Ende wieder herauszulaufen und wieder zur Küste hinabzusteigen. Doch wir wollten besonders schlau sein, und kämpften uns mit dem Auto die 400m nach oben, um am Tal-Ende einzusteigen und dann der Levada folgend und vor allem die Höhe haltend auf dem Tal herauszulaufen. Der Plan war schön gedacht, aber in der Umsetzung schwierig. Susi wollte alles besser wissen, kam aber mit der modernen Navigationstechnik nicht klar. In Kombination von Auto-Navi, GPS mit topografischer Karte, dem Rother Wanderführer und männlichem Orientierungssinn gelang es dann doch, die Levada zu finden und das Auto an einer geeigneten Stelle gegen 11 Uhr abzustellen. In diesem Moment schien noch die Sonne, aber das sollte sich in den nächsten Stunden noch ändern.

Leider liefen wir in die falsche Richtung – wieder Kommunikationsprobleme in unklarem Lagebild. Der Weg war eng und verlief neben der Levada wieder durch viel Grün. Erst dachten wir, dass wir falsch seien, aber nachdem uns nach 15 Minuten zwei Wanderer entgegen kamen, wussten wir, dass wir richtig – aber entgegen der vorgegebenen Wanderroute – sind.

 

Aussicht von Sitio da Ribeira da Tabua

Die Levada lief steil am Hang, rechts ging es immer wieder 100m direkt nach unten, das wilde Tal der Tabua 400 unter uns. Susi versuchte daher , mich an einer ungesicherten Stellen hinabzustürzen. Doch ein beherzter Griff in die Brombeerhecke konnte mich und Emil retten. Echter Nervenkitzel (Anmerkung der Bildredaktion: alles Lüge, Kay bummelte wie immer hinterher und hat 1001 Fotos geschossen – die Redaktion wollte vor Sonnenuntergang das Tal erreichen).

Levada Nova Wanderung

Emil versuchte sich dann im Anschluss, an einer Amaryllis zu berauschen.

Nachdem wir bemerkt hatten, dass wir in falscher Richtung unterwegs waren, schauten wir uns die neue Lage auf der Karte an. Oha, Tunnel voraus – auf der anderen Seite hätte es keinen gegeben. Der Tunnel war aber dann kein Problem und auch nur 75m lang. Ein wenig niederknien vor den Kinder und in gebückter Haltung hindurch -für die Zwerge ein echtes Abenteuer.

Die Levada verlief nun durch die Felder von Ribeira Brava. Wein, Zuckerrohr, Gemüse, Obst. Herrlich. Mit einem mal verschwand die Levada in einem Wasserhaus und kam auf der anderen Seite nicht mehr heraus. Hmm, da war Schluss mit der Orientierung… Wir stocherten in konzentrischen Kreisen in den Obstgärten der Anwohner herum, bis wir schließlich auf einem verlassenen Grundstück eine Treppe hinauf zu einer Straße. Dort trotteten wir eine Weile bergabwärts, bis wir einen Eingeborenen sahen. Er gestikulierte wild und brummte unbestimmbare Laute. Dann kam sein Sohn, der in der Schule in Englisch weniger oft Kreide holen musste, und wies uns den Weg. Nach ein paar weiteren Metern kam die Levada als kaum zu erkennendes Rinnsal wieder ans Licht. Wir folgten balancierend dem Bächlein, bis, wie der Ureinwohner sagte, die Levada wirklich in einem Wasserhaus endete. Diesmal deutlich mit einem Schild gekennzeichnet. Von hier kann man ganz unten den Hafen sehen. In Treppen, steilen Rampen und Ochsenfußpflaster geht es nun die nächste Stunde hinab ins Tal.

Emil im Blütenrausch

 

Wir folgendem dem immer enger werdenden Weg und standen plötzlich erst bei einer Bäuerin im Gemüsefeld und dann bei einer Oma in der Küche. Für beide war es kein Problem (wir waren entweder nicht die ersten oder der Weg geht wirklich hier entlang). Jedenfalls absolut genial, den Madeiresen mal ins Schlafzimmer zu schauen. Es sah genau wie im Museum aus – unglaublich.

Bewässerung auf maderisch
Emma – die Blumensammlerin

Meter um Meter schraubten wir uns hinab, bis wir letztendlich am Bootanleger von Ribeira Brava Standen. 7 Kilometer Strecke, auf denen wir fein gesungen und geulkt haben, um das Jungvolk in der Loge zu unterhalten.

Neben tosenden Wellen ging ergab

Dann gab es unten an der Strandpromenade von Ribeira Brava Mittag in einem Kaffee, welches direkt einen Spielplatz nebenan hatte. Dann fuhren wir mit einem Taxi wieder hinauf zum Auto.

Emma mit ihrem maderischen Spielkameraden
Beeindruckende Kirche Sao Bento von Ribeira Brava

Nun fuhren wir, zum Mittagsschlaf, die westliche Küstenstraße Richtung Porto Moniz. Unterwegs hielten wir an der Kapelle Nossa Senhora da Boa Morte. Susi stieg zum fotografieren und cachen aus. Emil war gerade wach geworden und so schauten wir zwei Hangkühen mit verschieden langen Beinen beim fressen zu. Dummerweise stimmte das Geläut der Kapelle um 16 Uhr ein feines Lied an,  so dass nun auch Emma wach wurde und die Mama vermisste. Ein Chaos.

Aussicht von der Kapelle auf die Westküst

Weiter fuhren wir nach Porto Moniz, um dort einen Kaffee zu trinken und Souvenirs zu jagen. Hier habe ich beim rückwärts einparkten einen armen Poller getötet. Er wird nie wieder Pollern können. Und eine Sicke in der Stoßstange haben wir auch – so ein Mist. Mal sehen, was morgen die Autovermietung sagen wir (Anmerkung der Redaktion: Susi hatte den Böller vorher schon gesehen… im Gedenken an den Poller und die kaputte Stoßstange).

Meeresschwimmbad von Porto Moniz
Insel Ilheus Mole mit Leuchtturm im Porto Moniz

In Porto Moniz gab es einen Spielsplatz ohne Spiel – Neubau Sperrung – und Sangria ohne Früchte – doch nur Rose Wein –  und Poller ohne Parksensoren… dafür aber ein paar Mitbringsel für die Lieben.

Zum Abendessen waren wir wieder im Hotel, geduscht und gestylt zum letzten Abendessen . Susi musste im Packewahn noch einige Reisetornister packen (Anmerkung der Redaktion: „Wer morgen wandern will, muss früh packen…“)

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